Das Salzkammergut ist Kulturhauptstadt Europas 2024


v.l.n.r.: Franz Steinegger, Heidi Zednik, Gottfried Hattinger, Marie Gruber, Lisa Neuhuber, Bashir Qonqar, Eva Mair, Sonja Zobel, Stefan Heinisch, Petra Kodym, Hannes Heide

(Wien, 12.11.19) Das Salzkammergut mit der Bannerstadt Bad Ischl hat den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2024“ gewonnen. Hinter den Kernelementen der Bewerbungsschrift „Salt.Water“ stecken die vier Programmlinien Macht der Tradition, Kraft der Gegenkultur, Auswirkungen des (Hyper-)Tourismus und Durst auf Rückzug. Die Region ist mit einer Vielzahl von Projektideen ins Rennen gegangen, die ein hochengagiertes Team von Künstlerinnen und Kulturschaffenden gesammelt und entwickelt hat. 

Lisa Neuhuber, Programmkoordinatorin der ersten Stunde, berichtet: „Der Moment der Bekanntgabe war für das gesamte Team und viele weitere WegbegleiterInnen unbeschreiblich. Der Zuschlag des Titels bedeutet, dass wir unsere Visionen, die wir zwei Jahre lang hart erarbeitet haben, nun in die Tat umsetzen können.“ Denn: “Kunst und Kultur ermöglichen es uns Themen aus anderen Perspektiven zu betrachten. Sie eröffnen uns neue Herangehensweisen an alte Probleme und regen zum Handeln an. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Kulturhauptstadt nun die Chance erhalten haben, den Kunst und Kulturbereich zu stärken und das Salzkammergut gemeinsam progressiv und zukunftsorientiert zu denken”.

Eva Mair, Projektmanagerin der Bewerbungsinitiative erklärt: “Ich bin überwältigt, wie die Bewerbung zu einem Projekt gewachsen ist, das vielen Menschen in der Region am Herzen liegt. Obwohl wir nur ein geringes Budget für die Bewerbung zu Verfügung hatten, ist es uns gelungen, durch Kreativität, Mut und vor allem Kooperation über Orte, Sparten und Gruppen hinweg ein progressives Konzept auf die Beine zu stellen. Diese Dynamik gilt es jetzt fortzusetzen.”

Das Bidbook hat maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Dieses wurde von Lisa Neuhuber, Heidi Zednik, Petra Kodym, Eva Mair und Stefan Heinisch geschrieben. “Wir haben kluge Antworten auf schwierige Fragen gefunden”, erklärt Künstlerin Petra Kodym, “Wir haben nicht nur die Europäische Dimension, die Publikumsentwicklung sowie die Langzeitstrategie für unsere Region konzipiert, sondern auch ein anspruchsvolles künstlerisches Konzept samt Programmierung der Projekte auf sichere Beine gestellt. Dabei konnten wir unsere Erfahrungen aus künstlerischer Arbeit und Kulturarbeit einbringen und haben die Inhalte und somit die Basis für den Erfolg gelegt. Der besondere Zusammenhalt, die Solidarität zueinander und die Wertschätzung untereinander sind eine schöne Erfahrung. Das gilt es nun zu halten, damit die umfangreiche Arbeit, die bevorsteht genauso fruchtbar weiter geht.”

“Die Herausforderungen des geringen Budgets sowie der knappen Zeit haben wir durch den kollektiven, kooperativen Geist des Salzkammerguts in Kombination mit einem sehr kreativen Team bestehend aus starken Frauen und Männern sowie hunderten Menschen, die an das Projekt glauben, gemeistert. Wir bedanken uns bei allen, die dazu beigetragen haben und freuen uns auf spannende Jahre!”, sagt Künstlerin Heidi Zednik.

Bürgermeister Hannes Heide erklärt: „Das Team hat Großartiges geleistet. Der Bewerbungsprozess hat gezeigt, wie stark das gesellschaftliche Engagement und wie wichtig den Salzkammergütler*innen eine Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur ist. Jetzt können wir mit voller Kraft den eingeschlagenen Weg verfolgen, eine Balance zwischen Tourismus und der Besinnung auf eigene Stärken, zwischen Tradition und zeitgenössischen Kulturangeboten zu finden. Wir werden uns mit unserem besonderen kreativen Geist und kooperativen Schwung auf der Kulturlandkarte Europas neu positionieren. Der Gewinn des Titels ist nach der Entdeckung des Salzes die größte Chance für die Entwicklung unserer Region.“

Bürgermeister Franz Steinegger (Grundlsee) erklärt: „Mit der Kultur als neues Salz unserer Region gehen wir, Bad Ischl und das Salzkammergut, große Schritte auf Europa zu. Damit wollen wir einen anregenden Austausch zwischen regionalen, nationalen und internationalen Akteurinnen und Akteuren anregen und Menschen aus ganz Europa in unsere Heimat locken. Der nachhaltige Tourismus ist ein wesentliches Element unseres Programms, mit dem wir uns in vielfältigen Perspektiven auseinandersetzen und welchen wir auch für andere ländliche Regionen in Europa zugänglich(er) machen wollen.“

Der Start des Bewerbungsprozesses war dank des europäischen Förderprogramm „LEADER“ möglich. Bad Ischl und das Salzkammergut sind nunmehr die erste inneralpine Region, die den Titel der Kulturhauptstadt Europas verliehen bekommen wird. Der Koordinator der Bewerbungsinitiative Stefan Heinisch erklärt: „Wir sind überaus dankbar für all die Unterstützung die wir aus der Region erhalten haben. Das richtet sich vor allem neben der Politik auch an alle Künstlerinnen und Künstler sowie Ehrenamtliche, die uns auf diesem Weg begleitet haben und ohne die diese Bewerbung nie zustande gekommen wäre. Das ganze Bewerbungsteam freut sich über allen Maßen, den Weg in das Kulturhauptstadtjahr nun weiter gemeinsam gehen zu dürfen.“