Elza Grimm

Elza Grimm

Daniel Bernhardt alias Elza Grimm lebt als Künstler im Salzkammergut. Seit 2011 produziert er unter dem Label Grimmbabies Filmproduktion Kurzspielfilme, Musikvideos und Werbefilme. Seine Filme liefen weltweit auf zahlreichen Filmfestivals und konnten einige Preise gewinnen. Seit 2016 produziert er auch Populärmusik.

Was fasziniert dich persönlich am Salzkammergut?

Das Salzkammergut bietet einen guten Nährboden für kreativ-wirtschaftliches Arbeiten. Sieht man das Salzkammergut als Ganzes, gibt es ein vielfältiges kulturelles Angebot. Hinzu kommt die alpine Lebensqualität, die weltweit seines Gleichen sucht. Ich glaube nicht, dass der Salzkammergut-Bewohner stolzer oder rebellischer ist als z.B. der Pinzgauer, der Schwabenländer oder der Anatolier. Ich tue mir ein bisschen schwer mit derartigem “Nationalstolz” und halte mich damit eher zurück.

Wie würdest du die Kunst- und Kulturszene im Salzkammergut beschreiben?

Die Kunst- und Kulturszene ist vielfältig und vereinzelt bringt sie auch Künstler von nationalem Rang hervor. Vor allem die Volkskultur wird wirklich gelebt. Leider ist die Dichte an jungen, zeitgenössischen Künstlern aber nicht sehr hoch. Zeitgenössische Kunst wird zwar akzeptiert, aber schlicht zu wenig gefördert. Dementsprechend herrscht meiner Meinung nach auch ein niedriges Level an Professionalität, was die Attraktivität nicht befeuert. Ein kleiner Teufelskreis.

Was sind deiner Meinung nach die größten Chancen, die mit dem Kulturhauptstadt-Titel verbunden sind?

Durch eine „Kulturhauptstadt Salzkammergut“ könnte ein neues europäisches Selbstbewusstsein unter den Bewohnern entstehen. Kulturschaffende könnten sich international vernetzen und sich weiterentwickeln. Auch das Salzkammergut muss sich für die Zukunft positionieren. Ob wir nun Kulturhauptstadt werden oder nicht: Die Probleme – Abwanderung, Massentourismus, Überalterung – sind trotzdem da. Die Kulturhauptstadt wäre ein Kickstart um diese Probleme anzugehen.

10 Jahre später: Wie sieht das Salzkammergut 2034 idealerweise aus?

Ich vermisse nach wie vor eine gewisse interessierte Weltoffenheit im Salzkammergut. Wir sehen unsere Probleme, dann kommt lange nichts und dann kommen die Probleme irgendwo da draußen in der Welt. Dabei gibt es dieselben Probleme in unzähligen Regionen weltweit. Im besten Fall tauschen wir uns im Jahr 2034 mit diesen Regionen aus. Man kann Globalisierung schlecht finden, aber man kann sie nicht verleugnen. Kulturen wachsen heute nun mal zusammen. Wer da nicht mitspielt, bleibt auf der Strecke.