Petra Kodym

Petra Kodym

Petra kam 2003 von Wien ins Salzkammergut. Als freischaffende Künstlerin lebte sie in Reindlmühl und in Gmunden. Heute wohnt sie in Ebensee, wo die Malerin auch in ihrem Atelier in der Alten Weberei arbeitet. Sie unterrichtet „Klang & Farbe“ an zwei Musikschulen und ist Teil des Projekts Kunstraum Gmunden. Seit letztem Jahr ist sie auch Teil des Bidbook-Teams der Kulturhauptstadtbewerbung.

Was fasziniert dich am Salzkammergut?

Wie viele Menschen, die hierher kommen, fasziniert mich die intensive Landschaft. Sie nahm mich gefangen, sodass ich nicht mehr von hier weggehen wollte. Lebt man einmal hier, möchte man das immer haben. Aber nicht nur die Landschaft möchte man nicht mehr aufgeben, auch die Menschen nicht. Der typische Charakterzug der Menschen im Salzkammergut hat etwas sehr direktes und ehrliches, gleichzeitig aber sehr herzliches.

Das Salzkammergut gilt sowohl bei Anhänger*innen der „Hochkultur“ als auch in der freien, subkulturellen Szene als besonderer Ort. Wo setzt man hier inhaltlich als Kulturhauptstadt-Team an und wie geht man mit diesem Spannungsverhältnis um?

Ich habe es oft erlebt, dass die Menschen, die in der Tradition verhaftet sind, trotzdem offen und neugierig sind. Die sogenannte Hochkultur und die Subkultur befinden sich in einer immer bestehenden Wechselwirkung, denn sie setzen sich oft mit gleichen Themen auseinander. Auf eine relativ natürliche Art und Weise findet so immer eine Kombination aus verschiedenen Kulturformen statt, denn Tradition und moderne bzw. urbane Kunstformen vertragen sich gut. So wie ich die Bevölkerung, aber auch die Besucher*innen von außen einschätze, finden sie gerade dieses Spannungsverhältnis interessant – auch wenn sie anfangs manchmal skeptisch sind.

Worauf freust du dich am meisten, sollte das Salzkammergut im Herbst das Rennen um den Kulturhauptstadttitel 2024 gewinnen?

Am allermeisten freue ich mich auf den Weg bis 2024. Es passiert bereits jetzt so viel. In all den Jahren bis zum Titeljahr wird sich in der Region viel entwickeln.

10 Jahre später: Wie sieht das Salzkammergut von 2034 idealerweise aus?

Im Jahr 2034 sind die Kulturschaffenden nicht mehr unter sich. Durch die Kulturhauptstadt und den Kulturentwicklungsplan beginnen sich auch andere Menschen mit ihnen auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Aber nicht nur die Disziplinen kommen zusammen, auch die Menschen aus den verschiedenen Orten. Heute wirken die Wege in der Region sehr weit, auch wenn sie es nicht sind. Im Jahr 2034 werden diese Distanzen in den Köpfen kleiner sein.