Blickpunkte – Sophie Rastl


Sophie Rastl ist gebürtige Grundlseeerin, die es aber schon früh in die Stadt zog. Nachdem sie in Wien das Studium der Musikwissenschaften absolvierte und eine Ausbildung zu Grafikdesign machte, lebte die selbsternannte Kaffeeliebhaberin einige Zeit in Deutschland, wo sie als selbstständige Eventmanagerin, Grafikerin und Musikerin arbeitete. Die Sehnsucht nach dem Salzkammergut, ihrer Familie und ihren Freunden zog Sophie Rastl dann schlussendlich doch wieder in ihre Heimat zurück.

Du bist Mitglied des Kollektiv 23. Kannst du kurz erklären was das Ziel des Kollektivs ist und warum du dabei bist?
Das Kollektiv 23 besteht aus fünf Künstlerinnen aus dem Ausseerland. Unsere Mischkunst bildet sich aus Malerei, Grafik, Film, Fotografie, Musik, Tanz und Poesie. Ziel des Kollektivs ist es, eine Basis für Kreativität, Kunst und Kultur im Ausseerland zu bilden, mit anderen Künstler*innen zu kollaborieren und unterschiedliche Plätze in der Region zu bespielen. Im Herbst 2018 hatten wir unsere Premiere mit der Ausstellung “Grenzen” im Woferlstall in Bad Mitterndorf. Darauf folgte der Kaiserliche Stall in Grundlsee. Dieses Jahr kam die Ausstellung “Weitergehen! Hier gibts nichts zu sehen”. Die Resonanz war immer sehr positiv und so plant das Kollektiv 23 eine nächste Ausstellung im Jahr 2020.

Welche Vor- und Nachteile siehst du in der Kulturszene des Salzkammerguts? Beeinflusst das Salzkammergut deine Arbeit?

Ich betrachte das Salzkammergut heute als “Kammer der Kreativität”. Ich vertrieb mich selbst in meiner Jugend aus meiner Heimat. Ich dachte mir, dass ich mich daheim nicht künstlerisch entfalten kann, die Menschen und ihre Denkweisen nicht verstehe und die Landschaft mit den Bergen mich einkerkert. Ich war jung und wild und wollte raus in die Welt. Darum ging ich nach Wien, fing an zu reisen und mich weiterzubilden. 

Heute denke ich mir: Gerade diese Landschaft, meine Familie und die Mentalität der Salzkammergutler sind es, die mich ausmachen. Die Kombination aus Ausbruch und “Wieder Heim kommen” sind es, die mich zu einer aufgeschlossenen Künstlerin machten, die einen Blick auf die kleinen Freiheiten wirft. Ich sehe das vorhandene Potential der momentan entstehenden Kreativszene in der Region und die Menschen, die so ähnlich denken wie ich. Dennoch bin ich mir bewusst, dass ich mich in einer Nische bewege. Der Kulturbetrieb im Ausseerland kann hauptsächlich durch den Tourismus überleben. Grundsätzlich können wir froh sein, dass wir den Tourismus haben, ohne gebe es wahrscheinlich weniger Kulturangebot. Leider wird zeitgenössische Kunst noch immer sehr verhalten aufgenommen, vor allem bei den Einheimischen. Mir ist es ein Anliegen dies zu verändern, ich möchte die Menschen ansprechen und sie zum Hinschauen und Weiterdenken bewegen. Mein Ziel ist es, die Kulturszene im Ausseerland aufzumischen, mehr zeitgenössische Kunst zu integrieren und einen Nährboden für Kunst und Kultur zu schaffen.

Was braucht es deiner Meinung nach, damit mehr junge Leute im Salzkammergut bleiben bzw. dorthin zurückkehren?
Was es braucht? Mehr junge Kreative, wie zum Beispiel das Kollektiv 23. Mehr Leute, die Visionen haben und versuchen diese umzusetzen. Mehr Leute, die sich trauen Neues zu machen. Mehr Leute, die überhaupt hinhören, anpacken anstatt nur zuzusehen. Die Heimkehrer brauchen Plattformen, die ihnen Raum für Selbstverwirklichung – in welche Form auch immer – bieten. Wir brauchen ein soziales Miteinander, Aufmerksamkeit, gemeinschaftliches Denken und natürlich Geld.

10 Jahre später: Wie sieht das Salzkammergut von 2034 idealerweise aus? 

Mehr Platz für Freidenker, zeitgenössische Kunst und Kultur, mehr bezahlte Arbeitsplätze. Das ist meine Idealvorstellung. Ein offenes Gebäude für uns Kulturschaffende wäre auch ganz nett.

Fotocopyright Hans Krist

Sophie Rastl ist gebürtige Grundlseeerin, die es aber schon früh in die Stadt zog. Nachdem sie in Wien das Studium der Musikwissenschaften absolvierte und eine Ausbildung zu Grafikdesign machte, lebte die selbsternannte Kaffeeliebhaberin einige Zeit in Deutschland, wo sie als selbstständige Eventmanagerin, Grafikerin und Musikerin arbeitete. Die Sehnsucht nach dem Salzkammergut, ihrer Familie und ihren Freunden zog Sophie Rastl dann schlussendlich doch wieder in ihre Heimat zurück.

Du bist Mitglied des Kollektiv 23. Kannst du kurz erklären was das Ziel des Kollektivs ist und warum du dabei bist?
Das Kollektiv 23 besteht aus fünf Künstlerinnen aus dem Ausseerland. Unsere Mischkunst bildet sich aus Malerei, Grafik, Film, Fotografie, Musik, Tanz und Poesie. Ziel des Kollektivs ist es, eine Basis für Kreativität, Kunst und Kultur im Ausseerland zu bilden, mit anderen Künstler*innen zu kollaborieren und unterschiedliche Plätze in der Region zu bespielen. Im Herbst 2018 hatten wir unsere Premiere mit der Ausstellung “Grenzen” im Woferlstall in Bad Mitterndorf. Darauf folgte der Kaiserliche Stall in Grundlsee. Dieses Jahr kam die Ausstellung “Weitergehen! Hier gibts nichts zu sehen”. Die Resonanz war immer sehr positiv und so plant das Kollektiv 23 eine nächste Ausstellung im Jahr 2020.

Welche Vor- und Nachteile siehst du in der Kulturszene des Salzkammerguts? Beeinflusst das Salzkammergut deine Arbeit?

Ich betrachte das Salzkammergut heute als “Kammer der Kreativität”. Ich vertrieb mich selbst in meiner Jugend aus meiner Heimat. Ich dachte mir, dass ich mich daheim nicht künstlerisch entfalten kann, die Menschen und ihre Denkweisen nicht verstehe und die Landschaft mit den Bergen mich einkerkert. Ich war jung und wild und wollte raus in die Welt. Darum ging ich nach Wien, fing an zu reisen und mich weiterzubilden. 

Heute denke ich mir: Gerade diese Landschaft, meine Familie und die Mentalität der Salzkammergutler sind es, die mich ausmachen. Die Kombination aus Ausbruch und “Wieder Heim kommen” sind es, die mich zu einer aufgeschlossenen Künstlerin machten, die einen Blick auf die kleinen Freiheiten wirft. Ich sehe das vorhandene Potential der momentan entstehenden Kreativszene in der Region und die Menschen, die so ähnlich denken wie ich. Dennoch bin ich mir bewusst, dass ich mich in einer Nische bewege. Der Kulturbetrieb im Ausseerland kann hauptsächlich durch den Tourismus überleben. Grundsätzlich können wir froh sein, dass wir den Tourismus haben, ohne gebe es wahrscheinlich weniger Kulturangebot. Leider wird zeitgenössische Kunst noch immer sehr verhalten aufgenommen, vor allem bei den Einheimischen. Mir ist es ein Anliegen dies zu verändern, ich möchte die Menschen ansprechen und sie zum Hinschauen und Weiterdenken bewegen. Mein Ziel ist es, die Kulturszene im Ausseerland aufzumischen, mehr zeitgenössische Kunst zu integrieren und einen Nährboden für Kunst und Kultur zu schaffen.

Was braucht es deiner Meinung nach, damit mehr junge Leute im Salzkammergut bleiben bzw. dorthin zurückkehren?

Was es braucht? Mehr junge Kreative, wie zum Beispiel das Kollektiv 23. Mehr Leute, die Visionen haben und versuchen diese umzusetzen. Mehr Leute, die sich trauen Neues zu machen. Mehr Leute, die überhaupt hinhören, anpacken anstatt nur zuzusehen. Die Heimkehrer brauchen Plattformen, die ihnen Raum für Selbstverwirklichung – in welche Form auch immer – bieten. Wir brauchen ein soziales Miteinander, Aufmerksamkeit, gemeinschaftliches Denken und natürlich Geld.

10 Jahre später: Wie sieht das Salzkammergut von 2034 idealerweise aus? 

Mehr Platz für Freidenker, zeitgenössische Kunst und Kultur, mehr bezahlte Arbeitsplätze. Das ist meine Idealvorstellung. Ein offenes Gebäude für uns Kulturschaffende wäre auch ganz nett.

Fotocopyright Hans Krist