Lisa Neuhuber

Lisa Neuhuber

Lisa Neuhuber ist in Ebensee aufgewachsen und nach Zwischenstopps in Amsterdam und Wien wieder im Salzkammergut gelandet. Sie ist unter anderem Kultur- und Sozialanthropologin, Vorstandsmitglied der KUPF OÖ, Kulturarbeiterin im Kino Ebensee, Vermittlerin an der Gedenkstätte Mauthausen und vor allen Dingen hoch motivierte Zukunftsgestalterin.

Du hast in Amsterdam, Wien und Ebensee gelebt und überall im Kulturbereich gearbeitet. Was macht die Kulturarbeit am Land, insbesondere im Salzkammergut im Vergleich zu Städten aus?

In Städten gibt ein größeres und vielfältigeres Kulturangebot als am Land. Das Salzkammergut ist streckenweise zwar schon gut kulturell nahversorgt, zum Teil herrscht aber auch noch ziemliches Brachland. Kulturarbeit am Land hat für mich immer auch etwas mit Regionalentwicklung zu tun.

Spannende Kulturarbeit ist kein abgegrenztes Feld, sondern reagiert auf aktuelles Geschehen und bezieht Stellung. Auf welche gesellschaftlichen, politischen oder anderen Herausforderungen kann das Kulturhauptstadt-Programm reagieren und Einfluss nehmen?

Ich denke, dem sind keine Grenzen gesetzt. Kultur darf und soll ruhig mutig mit dem Finger auf Probleme und Herausforderungen zeigen, sie benennen und Menschen dazu anstiften gemeinsam Lösungen zu finden. Unser Zugang war es ein Konzept zu erarbeiten, das auf unterschiedlichste Herausforderungen Bezug nimmt, die sowohl für das Salzkammergut als auch für Europa relevant sind. Daraus sind unsere vier Programmlinien entstanden, die einen breiten Bogen aufspannen und Themen wie Klimawandel, Landflucht, Mobilität, Tourismus, Erinnerungskultur u.v.m. beinhalten. Du darfst also gespannt und neugierig sein!

Was hat dich in deinem ersten Jahr als Programmkoordinatorin überrascht? – Positiv wie negativ?

Die intensive Beschäftigung mit der Region hat mir bewusst gemacht, wie viel (oft ungenutztes) Potential im Salzkammergut steckt, welch spannende Leute aus aller Welt hier leben und gelebt haben und wie vielschichtig und europäisch die Vergangenheit und Gegenwart der Region sind. Was mich zwar nicht überrascht hat, mir aber trotzdem sauer aufstößt: Kulturarbeit und ihre Möglichkeiten sind noch wenig gesellschaftlich verankert und weit weg von angemessenen finanziert. Da besteht noch ordentlich Aufholbedarf.

10 Jahre später: Wie sieht das Salzkammergut von 2034 idealerweise aus?

Lebendig & vielfältig und vernetzt! Ein regelmäßiges vielschichtiges Kulturprogramm wird quer in der gesamten Region angeboten. Es gibt Austausch und Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Vereinen und Institutionen. Kultur ist nicht mehr nur Stiefkind, sondern Teil der Familie!