Chiharu Shiota – Wo sind wir jetzt?

Die japanische Künstlerin Chiharu Shiota beschäftigt sich in ihren Installationen mit Themen und Kontexten der menschlichen Existenz. Im Stollen des ehemaligen Konzentrationslagers in Ebensee schafft die Künstlerin eine Installation bestehend aus roten Seilen und 25 überlebensgroßen Kleidern.

Änderungen vorbehalten

Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Öffnungszeiten des Stollens. Aktuell ist die Ausstellung ausschließlich Samstag - Sontag geöffnet.

Chiharu Shiota – Wo sind wir jetzt?
© Oskar C. Neubauer
Programmlinie
Mitwirkende

Chiharu Shiota (Künstlerin)
Atelier Chiharu Shiota
Roman Widmann
(Technische Leitung)​
Zeitgeschichte Museum & KZ-Gedenkstätte Ebensee
(Kooperationspartner)

Marian Holzmüller (Produktion)
Simone Barlian
(Programmleitung Bildende Kunst)
Teresa Kranawetter
(Assistenz Bildende Kunst)

Mit freundlicher Unterstützung von EU-Japan Fest Japan Committee

Wann
27. April - 14. Juni: Sa - So 10-17 Uhr
15. Juni - 15. September: Di - So 10-17 Uhr
16. September - 30. September: Sa - So 10-17 Uhr

Über das Projekt

Am Eingang zum Konzentrationslager Ebensee befindet sich eine Erläuterungstafel. Zu lesen sind Informationen über die Kriegsgefangenen, die hierhergeschickt wurden und welch ein grausames Leid sie bis zum Tod oder zur Befreiung des Lagers erleben mussten. Jedoch wenn man die Eingangsbeschreibung nicht liest, handelt es sich lediglich um einen großen Stollen. Die Steinwände sind feucht und auf dem Boden befinden sich Wasserpfützen. An einem so geschichtsträchtigen Ort ist es nicht einfach, ein Kunstwerk zu schaffen das dem Ort würdig ist.

In meiner Kunst befasse ich mit der menschlichen Existenz. Ich verwende Alltagsgegenstände wie Schlüssel, Koffer und Kleidungsstücke, die von Menschen benutzt wurden und möchte die Erinnerung der Existenz ihrer Besitzer zum Ausdruck bringen.
Für die Installation bilden die Kleider die Form eines Körpers ab und füllen den Raum mit einer nicht greifbaren Anwesenheit. Ich arbeite schon lang mit dem Konzept der „Anwesenheit in Abwesenheit“ und finde es interessant welche Assoziation die Leere bei den Besuchern hervorruft. Für mich ist unsere Kleidung wie eine zweite Haut. Unsere dritte Haut sind die Gebäude, die uns vor der Welt abschirmen.
Unsere Kleidung hat mit Schutz, aber auch Normen zu tun. Unser Inneres beinhaltet auch Eigenschaften, die wir uns nicht ausgesucht haben. Familie, Religion, Kultur, all das sind die Grenzen, innerhalb derer wir uns bewegen oder entscheiden sie zu durchbrechen. In der Installation sind die Kleider zwischen roten Seilen gefangen, die wie ein Nebel die Figuren verschleiern.

Je länger ich im Konzentrationslager Ebensee stehe und darüber erfahre, desto mehr drängt sich mir die Frage auf worum es bei der menschlichen Existenz überhaupt geht. Was ist das für eine Welt, in der wir leben?

CHIHARU SHIOTA